Bauschaum


Infos zu Bauschaum

Bauschaum enthält sogenannte freie Isocyanate, die unter dem Verdacht stehen krebserregend zu sein. Aus diesem Grund, wird Bauschaum in den Baumärkten nur durch fach- und sachkundiges Personal verkauft.

Man bekommt Bauschaum als 1- und 2- Komponenten Schaum und natürlich Isocyanat frei.

Rückwand aus Bauschaum


Eine Rückwand aus Bauschaum ist leicht zu bauen, trotzdem stabil und bietet viele Möglichkeiten der Gestaltung.

Ein-Komponenten-Montageschaum ist im örtlichen Baumarkt erhältlich. Zur Verarbeitung ist nur wenig Werkzeug notwendig.

Benötigtes Werkzeug für den Bau einer Rückwand aus Bauschaum:

Messer

Eine Rückwand aus Bauschaum muss immer versiegelt werden, um das Ausdünsten von unerwünschten Fremdstoffen zu verhindern. Hierzu eignet sich besonders gut flexibler Fliesenkleber. Zusätzlich kann die Rückwand mit Epoxydharz versiegelt werden.

Ein Beispiel für eine Rückwand aus Bauschaum könnt ihr in der folgenden Beschreibung sehen. Wenn Ihr noch Fragen habt oder selbst eine Rückwand aus Bauschaum gebaut habt, schaut doch mal in unserem Forum vorbei.




Bauschaum eingesprüht


Bauschaum beschnitten


Bauschaum beschnitten


Erste Schicht Fliesenkleber


Dritte Schicht Fliesnkleber


Versieglung mit Epoxydharz und Kies


Fertige Rückwand im Einsatz

Bau einer Rückwand aus Bauschaum - Anleitung

Ich habe in eines meiner Aquarien eine Rückwand aus Bauschaum gebaut, die Unterschiede zu einem Terrarium sind meiner Meinung nach so gering, dass die Rückwand auch problemlos in einem Terrarium eingesetzt werden kann. Zusätzlich zeigt die Verwendung der Rückwand unter Wasser, dass die Rückwand sehr stabil und haltbar ist.
Das Aquarium ist von E-Bay, leider stand in der Beschreibung nicht, dass die Frontscheibe viele Kratzer hatte. Da ich das Aquarium persönlich abgeholte, habe ich es trotz der Kratzer nach neuen Preisverhandlungen mitgenommen.

Benötigtes Material:

Bauschaum
Einweghandschuhe
Epoxydharz
Pinsel und Gefäße für Epoxydharz
Messer
Kies in gewünschter Form und Körnung

Vor dem Einsprühen des Bauschaums habe ich das Glas von Staub und Schmutz befreit. Abschließend habe ich zwei Dosen Bauschaum eingesprüht. Hierbei ist zu beachten, dass Bauschaum sehr klebrig ist und wirklich überall haftet! Deshalb ist es wichtig, bei der Arbeit Handschuhe zu tragen. Zusätzlich sollte bedacht werden, dass der Bauschaum je nach Marke stark aufquillt. Es sollte also auf jeden Fall eine Lücke zwischen der Front- und der Rückseite bleiben.

Durch die Stärke des Materials dauert es einige Zeit, bis der Bauschaum komplett getrocknet ist. ich habe die Rückwand vier Tage trocknen lassen.
Ist der Schaum getrocknet, kann man ihn mit Hilfe eines Messers sehr leicht bearbeiten und in Form bringen. Um die Form der Rückwand besser bestimmen zu können, habe ich mit einem Stift Hilfslinien aufgetragen. Diese Hilfslinien können aber je nach "Talent" des Bauers weggelassen werden. Um Vertiefungen einschneiden zu können, ist es erforderlich, vorher viel Material einzusprühen. Je mehr Material, desto tiefer werden die "Krater".

Der Bauschaum nimmt den Fliesenkleber besser auf, wenn die Oberfläche rau ist. Deshalb bietet es sich an, die komplette Oberfläche des Bauschaums zu entfernen. Durchgänge lassen sich nach dem "Sandkastenprinzip" erstellen. Einfach von beiden Seiten schneiden, bis man sich in der Mitte trifft.

Damit der Fliesenkleber besser hält, habe ich den Bauschaum komplett befeuchtet. Danach habe ich mit einem Pinsel die erste dünne Schicht Fliesenkleber aufgetragen. Hierbei bietet es sich an, sauber zu arbeiten, da der getrocknete Fliesenkleber nur schwer vom Glas wieder entfernt werden kann. Die erste Schicht Fliesenkleber sollte ein bis zwei Tage trocknen, bevor die nächsten Schichten aufgetragen werden. Damit können Spannungsrisse vermieden werden.

Ich habe drei Schichten Fliesenkleber aufgetragen. Da die Rückwand unter Wasser zum Einsatz kommt, ist eine Versieglung mit Epoxydharz zwingend erforderlich. Aber auch für die Verwendung der Rückwand in einem Regenwaldterrarium würde ich persönlich immer eine Versieglung mit Harz empfehlen. Dadurch können Kot und Urin der Tiere außerdem besser abgewischt werden.

Hierbei ist es wichtig, Exopydharz zu verwenden, welches für Terrarien oder Aquarien geeignet ist. Epoxydharz, welches zum Boots- oder Modellbau verwendet wird, dünstet auch nach der Trocknung giftige Dämpfe aus, welche unsere Tiere gefährden können. Das Epoxydharz wird aus zwei Teilen gemischt, einmal dem Harz, dazu kommt der Härter. Die jeweiligen Anteile werden mit einer Fein- oder Küchenwaage auf das Gramm genau abgewogen, damit Harz und Härter auch eine Verbindung eingehen können. Wird zu viel Harz verwendet, trocknet die Verbindung nicht richtig, wird zuviel Härter verwendet, entsteht ebenfalls keine Sperrschicht und die eh schon kurze Verarbeitungszeit wird noch kürzer.

Das Harz klebt ebenso wie der Bauschaum stark und trocknet an der Haut schnell an, weshalb die Verwendung von Handschuhen zwingend erforderlich ist. Ich habe drei Schichten Harz aufgetragen, bei einem Terrarium sind auch zwei Schichten ausreichend. In die letzte Schicht Harz habe ich Kies eingestreut, um den Glanz des Harzes zu mindern und eine natürlichere Oberfläche zu erhalten. Hier kann auch Sand oder Granulat verwendet werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, spezielle Frabpigmente in das Harz einzurühren.

Die Rückwand sollte mindestens eine Woche ausdünsten, da auch spezialisierte Harze einen gewissen Eigengeruch entwickeln. Meine Rückwand "schwimmt" inzwischen knapp zwei Jahre unter Wasser. In diesem Becken habe ich regelmäßig Panzerwels-Nachwuchs, der im Becken belassen wird. Dies zeigt, dass bei einer sorgfältigen Arbeit keine Gefahren für die Tiere entstehen.