Verzinkter 6eck Draht, umgangssprachlich auch "Hasendraht" genannt.

Infos

Gipsmullbinden bekommt man in der Apotheke oder im Internet. Auch Läden für Bastelbedarf können Anlaufstellen sein.

Drahtgeflechtrückwände


Eine Rückwand mit Hilfe von Drahtgeflecht zu bauen hat den Vorteil, dass die fertige Rückwand ein gringes Gewicht hat. Die Grundform wird mit dem Drahtgewebe geformt und anschließend mit geeignetem Material überzogen.

Besonders gut formbar ist dabei der sogenannte "Hasendraht". Diesen 6eck Draht bekommt man in Bau- oder Gartenmärkten, meist in verzinkter Form oder beschichtet. Auch unterschiedliche Drahtstärken und Maschenweiten sind erhältlich.

Benötigtes Werkzeug für den Bau von Drahtgeflechtrückwänden:

Saitenschneider
Tacker
Hammer
Flachzange

Der Nachteil bei Drahtgeflechtrückwänden ist zweifelsfrei die Gefahr von Korrosion. An den Stellen, an denen der Draht gebogen wird, entstehen feine Mikrorisse. Auch die Schnittstellen sind kritisch. Dort verliert die Zinkschicht ihre schützende Wirkung und Wasser kann zu Rost führen.

Ein Beispiel für eine Drahtgeflechtrückwand zeigt euch folgendes Beispiel. Wenn Ihr noch Fragen habt osder selbst eine Drahtgeflechtrückwand gebaut habt, schaut doch mal in unserem Forum vorbei.


Bau einer Drahtgeflechtrückwand



Altes Terrarium


Entkerntes Terrarium


"Verdrahtetes" Terrarium


Terrarium verkleidet und versiegelt


Silikon auftragen...


...und verteilen.


Granulat aufstreuen und festdrücken.

Als mein Letzter Leptopelis uluguruensis von uns gegangen war, hing plötzlich ein leeres Terrarium in unserem Bad. Wie wir Terrarianer nun einmal sind, wurde dieser Anlass natürlich umgehend genutzt um das Terrarium von Grund auf zu sanieren. Also weg mit den Türen, dem Deckel und raus mit der Einrichtung, dem Aquarium und natürlich auch der Rückwand bis nur noch ein leerer Holzkasten übrig war. Die alte Rückwand war eine Styroporrückwand mit Haftputzgrund und Farbe überzogen. Sie hat mir sechs Jahre gute Dienste geleistet aber nun wollte ich, vor allem weil ich bis jetzt immer Styropor- oder Bauschaumrückwände erstellt habe, etwas anderes probieren. Bereits nach kurzer Zeit stand für mich fest, dass ich für das neue Terrarium eine Drahtgeflechtrückwand bauen würde.

Benötigtes Material:

Drahtgeflecht
Drahtgeflecht
Gipsmullbinden
Epoxidharz
Silikon
Bindedraht
Lavagranulat in unterschiedlichen Körnungen (meine Wahl: Ø1-4mm und Ø8-16mm)

Benötigtes Werkzeug:

Drahtgeflecht
Saitenschneider
Tacker
Flachzange
Hammer
Cuttermesser
Pinsel und Gefäße für Epoxydharz
Silikonpresse
unzählige Einweghandschuhe

Mein Terrarienkorpus besteht aus OSB-Platten, welche von Hause aus, durch die Verleimung der Holzspäne schon eine gewisse Resistenz gegen Feuchtigkeit mit sich bringen. Da ich allerdings für das Terrarium einen Bachlauf, ein Aquarium und eine Beregnungsanlage eingeplant habe, war der erste Arbeitsschritt die Innenwände und den Boden sowie die Schnittkanten mit einer dünnen Schicht aus Epoxidharz zu überziehen. Hierbei sollte unbedingt das Mischungsverhältnis des Harzes beachtet werden, da es sonst zu Störungen bei der Aushärtung des Harzes kommen kann. Im schlimmsten Fall bleibt das Harz dann immer klebrig. Nur durchgetrocknetes Harz dünstet nicht mehr aus und ist somit bedenkenlos für die späteren Bewohner. Ebenso wichtig ist es mindestens Schutzbrille und Handschuhe zu tragen und das ganze am besten im Freien oder einem gut belüftetem Raum zu erledigen.

Als das Harz trocken war, ging es daran das Drahtgeflecht zu erstellen. Hierzu wurden als erstes die beiden Rückwände mit Trägermatte aus Draht belegt, an welchen dann später alle Vorsprünge, Pflanzkübel und ein Ast angebracht werden sollten. Die Matten werden einfach mit dem Tacker fixiert. Am besten werden die Klammern nur an den Rändern der Matten gesetzt so kann später der lose Teil in der Mitte noch etwas modelliert werden, was das ganze Bild abrundet und plastischer wirken lässt. Ab diesem Punkt ist natürlich etwas Phantasie gefragt. Aus einzelnen Drahtstücken werden nun Vorsprünge und Pflanzkübel geformt und mittels des Bindedrahts an den Trägermatten befestigt es ist auch ratsam überstehende Drahtenden nach hinten zu biegen, da Diese sonst später durch die Gipsmullbinden hindurch schauen. Jetzt kann man noch die Trägermatten mit der Flachzange von der OSB-Platte wegziehen. Dadurch hat man später keine glatten Flächen zwischen den einzelnen Elementen und es sieht alles nicht so "aufgesetzt" aus.

So weit so gut. Nun kamen die Gipsmullbinden zum Einsatz. Ich habe mir die Binden in unterschiedlich lange Streifen geschnitten zwischen 10-30cm, um besser auf die verschiedenen Elemente eingehen zu können. Es ist außerdem fast nicht möglich zu lange Streifen, wenn Sie erst einmal nass sind, zu handeln. Nach und nach werden die Streifen kurz unter Wasser getaucht und dann auf das Gitter gelegt. Beim belegen des Gitters, die Streifenimmer etwas überlappen lassen. Dadurch kann man die Übergänge schön miteinander verschmelzen lassen und die gesamte Rückwand wird stabiler. Es dauert keine fünf Minuten, bis der Gips in den Mullbinden anzieht. Wenn man das ganze, wie ich, an einem heißen Tag mit 36°C auf dem Balkon macht, ist Eile geboten, da die ganze Rückwand innerhalb einer halben Stunde trocknet. Dieser Effekt hat einen entscheidenden Vorteil. Das Drahtgewebe ist verzinkt, um den Draht vor Korrosion zu schützen. Allerdings kann es an den Stellen, an denen das Gewebe geknickt wird zu feinen Rissen in der Zinkschicht kommen. Hier und an den Trennstellen kann dann Wasser eintreten und es kommt zur Korrosion des Drahtes. Durch die schnelle Trocknung der Gipsmullbinden, entsteht so gut wie gar keine Korrosion, und wenn dann entsteht nur an den Trennstellen eine leichte Oberflächenkorrosion. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Stärke der Gipsschicht. Nach dem meine Rückwand getrocknet war, konnte ich keine Risse entdecken, die auf das Schrumpfen des Gipses während der Trocknung zurück zu führen wären. Der einzige Nachteil der mir während der ganzen Aktion aufgefallen ist, ist die Tatsache das überstehende Drahtenden durch die Binden hindurch stechen und somit zu gemeinen kleinen Stellen werden, an denen man sich leicht verletzen, oder die Einweghandschuhe aufreißen kann. Deshalb sollte man wie schon oben erwähnt, die überstehenden Drahtenden nach hinten biegen.

Zur Versiegelung des Gipses habe ich mich wieder für Epoxidharz entschieden. Es folgten also drei Anstriche aus Harz um die ganze Sache dicht zu bekommen. Hier nochmals der Hinweis unbedingt das Mischungsverhältnis und den Arbeitsschutz zu beachten.

Als Trägermaterial wollte ich dieses Mal auf einen Anstrich verzichten und stattdessen Lavagranulat in unterschiedlichen Körnungen aufbringen. Das feinere Granulat habe ich gesiebt um den überschüssigen Abrieb los zu werden(zu diesem Thema komme ich gleich nochmal). Einen Teil des grobe Granulats(Ø8-16mm) habe ich mit einem Hammer bearbeitet um noch unterschiedlichere Körnungen zu erhalten. Auch hier folgte noch ein Siebdurchgang. Im Vorfeld hatte ich mir Gedanken gemacht, wie ich das Granulat auf die Rückwand aufbringen könnte. Dazu habe ich mir drei Versuchsplatten angefertigt, d.h. ein Brett, Draht, Gipsbinden und Harz.

Auf zwei Platten habe ich das Granulat mit Hilfe von Epoxidharz geklebt, einmal mit trockenem und einmal mit feuchtem Granulat, in der Hoffnung, dass die aufgenommene Feuchtigkeit das Granulat davon abhalten würde, sich mit Harz voll zu saugen. Auf der letzten Platte habe ich eine Schicht schwarzes Aquariensilikon aufgebracht und das Granulat eingedrückt. Das Epoxidharz hat leider den kürzeren gezogen. Sowohl das trockene Granulat als auch das Feuchte, haben nach dem trocknen geglänzt und das wollte ich gerne vermeiden. Die Platte mit dem Silikon hingegen sah gut aus. Auf Grund der dunkelbraunen Farbe des Lavagesteins und der schwarzen Farbe des Silikons, fällt es auch nicht auf wenn kleinere Lücken entstehen. Also habe ich nach und nach das Silikon aufgetragen, verteilt und anschließend das Granulat aufgebracht und festgedrückt. Das hat gut funktioniert, allerdings habe ich beim ersten Versuch Lehrgeld zahlen müssen.

Mein erster Versuch fand mit ungesiebtem Granulat statt. Keine gute Idee! Der Abrieb bzw. Staub verklebt das Silikon und es bleibt kaum ein Körnchen Granulat hängen. Also habe ich Granulat und Staub runter gebürstet, die ganze Rückwand abgewaschen und das Granulat gesiebt. Wieder habe ich Silikon aufgetragen, verteilt und das Granulat aufgebracht und festgedrückt. Natürlich habe ich das nach dem ersten Rückschlag erstmal nur an einer kleinen Fläche ausprobiert.

Nach zwei Stunden ist laut Herstellerangaben die Oberfläche des Silikons trocken. Also habe ich meinen Mut zusammengenommen und das Terrarium aufrecht hingestellt und siehe da es hält. Ich habe mir anschließend eine weiche Bürste genommen und die Rückwand abgebürstet um die letzten losen Körnchen zu beseitigen. Mit dem erzielten Ergebnis bin ich wirklich zufrieden. So habe ich Stück für Stück die komplette Rückwand gestaltet. Als letzten Arbeitsschritt habe ich die Rückwand noch ein paar Mal mit einer Pumpsprühflasche abgesprüht, bis nur noch klares Wasser herunter gelaufen kam. Es folgte noch ein Testlauf der Pumpe für den Wasserfall über ein paar Tage um zu sehen, ob an irgend einer Stelle Wasser durchbricht, aber es gab, auch nachdem ich durch eine Kontrollbohrung die Rückwand von Innen mit einem Endoskop untersucht habe, keine feuchte Stellen. Damit waren die Arbeiten an meiner Rückwand auch erledigt.